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Kunstfasern

Von Badehose bis Boeing

Kunstfasern beziehungsweise Chemiefasern sind sehr unterschiedlich. Flugzeugteile, die Innenausstattung im Auto deiner Eltern oder deine Badehose werden aus Kunstfasern hergestellt. Sie werden in komplizierten chemischen Verfahren aus kleinsten Teilchen - den Molekülen - zusammengefügt. So können die Eigenschaften der Materialien genau bestimmt werden: wie dehnbar, wie fest oder wie wasserabweisend sie sein sollen.
Synthetische Fasern können aus natürlichen Stoffen gewonnen werden und zwar aus Holz oder Baumwolle. Ein Beispiel dafür ist Viskose. Viele Kunstfasern bestehen aus Erdöl. Sie heißen Polyester, Polyacryl und Polyamid. Besonders feine und extrem haltbare Fasern können sogar aus Glas oder Kohlenstoff erzeugt werden. Glasfasern sind feuerfest, brechen aber leicht. Carbonfasern sind die hitzebeständigsten Fasern überhaupt, aber zu steif für Textilien. Sie werden später vielleicht zu Tennisschlägern, Skiern, Surfbords oder Fahrrädern von Sportlern. Carbonfasern zur Verstärkung machen auch den Rumpf des neuesten Flugzeugs von Boeing so leicht wie nie zuvor.


Fasermodelle

High-Tech für Profis

Die Eigenschaften der high-tech Materialien haben sich Ingenieure und Chemiker bei den verschiedenen Naturfasern abgeschaut. Keine ist beispielsweise so abrieb- und scheuerfest wie die Baumwolle. Jede einzelne Baumwollfaser ist sehr dicht aus "Fibrillen" zusammengesetzt und zudem von einer glatten Außenhaut umgeben (Zeichnung oben). Eine Baumwollfaser ist 2,5 bis 4 cm lang und nur 0,012 bis 0,045 mm dick. Wolle beziehungsweise ein Wollhaar ist 2,5 bis 40 cm lang und je nach Tierart stark gekräuselt. Deswegen ist Wolle sehr dehnbar und eine Vorlage für die Kunstfaser Elastan. Leinfasern sind dagegen überhaupt nicht dehnbar und halten gut die Form. Kunstfasern wie Polyamid und Polyester sind unendlich lang. Sie können so fein wie Seide sein oder so dick wie Drähte und auch der Faserquerschnitt muss nicht rund sein (Zeichnung oben).