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- Wegwerf-Mode

Einweg-Mode zum Wegwerden

Die Zahlen zum durchschnittlichen Konsum von Mode in Deutschland sind erschreckend. Pro Person werden 60 Kleidungsstücke pro Jahr gekauft. Viele davon werden nur eine Saison getragen. Die immer billiger erzeugte Ware hält nicht lange. Doch bereits in ihrer kurzen Lebensspanne von wenigen mal Waschen wird Mikroplastik freigesetzt. Allein in Deutschland gelangen auf diese Weise hunderte Tonnen Mikroplastik ins Abwasser. Darüber hinaus wird jedes Jahr in Deutschland eine Million Tonnen Textilien ausrangiert.

 

Nairobi Fluss in Kenia, Quelle Greenpeace

 

Bild: Quelle und Copyright: https://gpn.greenpeace.de/konsum/fast-fashion-muss-aufhoren



Müllberge oder Recycling?

Fast Fashion lässt Mülldeponien weltweit rasant entstehen und anwachsen. Denn diese Mode minderer Qualität und aus billigster Fertigung wird wenige Monate nach der Produktion zu Restmüll. Das liegt auch daran, dass Mischgewebe verwendet werden. Das heißt, der Stoff, jeder Faden des Gewebes ist aus unterschiedlichen Kunstfasern gemacht. Recycling wäre nur möglich, wenn es sich um reine Fasern handeln würde. Reines Polyester (PET), reines Nylon, oder reine Naturfasern. Wegen der immer größeren Problematik wird längst versucht auch Mischgewebe der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Das ist aber technisch sehr aufwändig und teuer. Die Werbeaussagen Textilien seien aus recycelten Materialien hergestellt, ist bei näherer Betrachtung oft nichts als . Die tatsächlich aus Textilien wieder zu Kleidungsstücken verarbeite Menge ist mit ungefähr 1 % verschwindend gering.



Altkleidersammlung Damals und Heute

Lumpensammler in Holland Seit Januar 2025 müssen Textilabfälle getrennt gesammelt werden. Eigentlich ist Altkleidersammlung aber nichts Neues. Am Nachhaltigsten ist das weitere Tragen durch andere Personen. Ob als Spende oder zum Wiederverkauf in second-hand Geschäften, beides ist ökologisch.


Kleidung und Stoffe waren aber auch durch viele Jahrhunderte hindurch gesuchte Rohstoffe. Noch im letzten Jahrhundert gab es den Beruf des Lumpensammlers. (Bild: Lumpensammler in Holland 1982).



Upcycling - kreativ und ideenreich

Upcycling

Stoffe zu etwas anderem zu machen als sie zuerst waren, heute als "upcycling" bezeichnet, hat eine lange Tradition. (Bild links: Upcycling: Funktionaler Regenhut aus Verpackungsmüll).

Patchwork-Decken und Quilts, Flickenteppiche und modische Accessoires wie Taschen sowie individuelle Kuscheltiere für Kinder werden aus bunten Stoffresten gemacht.Patchwork-Quilts und mehr Diese textilen Techniken sind sehr vielseitig und besonders kreativ. (Bild links: Angebot eines Patchwork-Shops)

Lumpen als Rohstoff

Wenn die Altkleider zerschlissen, löchrig und verblichen sind, wenn die Stoffe reißen, gibt oder gab es eine weitere Verwendung. Eigentlich war das echtes Upcycling, denn es entstanden sehr hochwertige neue Produkte. Dennoch mussten die Lumpen zuerst in ihre Bestandteile zerlegt werden. Man machte Fetzen aus ihnen, beim sogenannte Hadern. Aus Baumwolle, Flachs und Hanf konnte man Papier herstellen. Die Hadern wurden in Papiermühlen zu Brei geschlagen und dann zu Papier geschöpft. Dieses Papier war wirklich nachhaltig und holzfrei, kam ohne die Verwendung von gefällten Bäumen aus und war echtes Recyclingpapier. Allerdings kann solches Papier nur aus Naturfasern gemacht werden. Mit Lumpen aus Wolle konnte man Filzen und so Hüte und wasserdichte, warme neue Kleidung aus Altkleidern herstellen.

 

Welche Kleidungsstücke in Deinem Kleiderschrank sind aus reiner Baumwolle oder Wolle?